Der Trick mit dem „Zentralen Gewerberegister“

Sie ist nicht ganz neu, die Masche mit dem Eintrag in einem Online-Gewerberegister. Betroffen sind meist kleine und mittelständige Unternehmer die schnell mal unter ein zugeschicktes Formular eine Unterschrift setzen, ohne das Kleingedruckte zu lesen und so in eine Abo-Falle geraten.

Online-Branchenunternehmen versenden unaufgefordert an Unternehmen Schreiben, die von der Aufmachung her den Eindruck erwecken, offizielle behördliche Mitteilungen zu sein. In aktuell in Sachsen-Anhalt auftretenden Fällen suggeriert ein vermeintlich amtliches „Zentrales Gewerberegister“, dass nach bestehendem Recht eine Registrierung mit gültiger Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erforderlich sei. Das mag schon sein, gilt aber für das zugeschickte Schreiben nicht, denn die Eintragung in dieses Register ist freiwillig und dient eigentlich nur dem Gewinn der Betreiber des Registers.

In einem Fließtext wird auf viele Paragraphen und steuerrechtliche Bestimmungen hingewiesen, die zwar korrekt sind, mit dem eigentlichen Zweck des Schreibens aber nichts zu tun haben. Sie dienen nur zur Verwirrung und bezwecken, dass man die entscheidende, irgendwo eingefügte Bemerkung, dass es sich hier um eine „nicht amtliche, kostenpflichtige Eintragung“ handelt, übersieht. Wer dieses Schreiben unterzeichnet zurück sendet, hat formell einen Zweijahresvertrag mit jährlichen Kosten von ca. 400€ abgeschlossen.

Wer noch kein Geld überwiesen hat, hat gute Chancen um die Zahlung herum zu kommen. Je nach Gestaltung des Schreibens kann im Falle eines Rechtsstreites das Zustandekommen eines Vertrages in Zweifel gestellt werden oder eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung erfolgen. Ist das Geld bereits überwiesen worden, sind die Aussichten dafür, dass man es zurück bekommt eher schlecht.

  • Ich empfehle Ihnen für solche Fälle
  • bei jedem Schreiben, das Sie unterschrieben an den Absender schicken, gründlich das Kleingedruckte durchzulesen
  • im Rechnungsfall nicht zu zahlen und möglichst einen Rechtsbeistand bei weiteren Forderungen hinzuzuziehen
  • per Einschreiben zu erklären, dass kein Vertragsverhältnis besteht
  • nicht von Schreiben eines Inkassounternehmens einschüchtern zu lassen
  • nicht telefonisch mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten und auf vermeintlichen Rabat einzulassen
  • Informieren Sie sich im Internet über das Unternehmen, bevor Sie unterzeichnen.

Mehr finden Sie hier … rund ums Geld

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