Gesundheitsentwicklung im Alter

Die Lebenserwartung der Menschen steigt stetig an. Sie liegt momentan bei Frauen bei ca. 82 Jahren und Männer werden durchschnittlich etwa 77 Jahre alt. Es kommt immer häufiger zur Hochaltrigkeit. Mögliche Gesundheitseinbußen aufgrund dessen sind, dass durch die Lebenszeitverlängerung Krankheiten z.B. erst latent (unbemerkt, unterschwellig) und später chronisch bestehen. Somit nimmt die Anzahl der chronischen Erkrankungen im Alter zu und es kommt zu einer Multimorbidität. Es treten des Weiteren degenerative (funktionseinschränkende, durch Verschleiß bedingte) Prozesse ein. Gedächtniseinbußen, durch z.B. Alzheimer, Demenz oder psychische Erkrankungen (z.B. Wahrnehmungsstörungen) nehmen zu. Das „Endstadium“ beinhaltet meist eine Bettlägerigkeit, fehlende Mobilität, schlechte Ernährung (falsch, keinen Appetit), Pflegebedürftigkeit und/oder eine stets erforderliche Betreuung.

Das Altern an sich ist physiologisch. Jedoch wurde in den letzten Jahren das Renteneintrittsalter stets erhöht, wodurch die Menschen länger arbeiten müssen. Dies führt vor allem im höheren Erwachsenenalter zu zunehmendem Verschleiß, Schmerzen, weniger Zeit für einen Ausgleich / Entspannungsphasen sowie eine seltenere Betreuung der Enkel (Sozialfaktor).

Einflussfaktoren bezüglich der Gesundheit im Alter sind sowohl äußere Einflüsse und Umstände wie auch persönliche Denk- und Verhaltensweisen (Kuhlmey, 2008, S. 86f):

 

  • Persönliches Gesundheitsverhalten: Wie ernährt und verhält sich die Person? Ab wann wird ein Arzt aufgesucht?
  • Versorgungssystem: Wie ist der Forschungsstand im medizinischen Bereich? Welche Leistungen werden von der Krankenkasse übernommen? Welche medizinischen Angebote und Hilfsmöglichkeiten gibt es?
  • Soziale Ressourcen: Welche Möglichkeiten und welches Sozialverhalten hat die Person? Die Multimorbidität steigt mit abnehmender Sozialschicht (Helmert & Shea, 1994, zit. n. Kuhlmey, 2008, S.87).
  • Biografische Ereignisse: Wie viele und welche Schicksalsschläge mussten bewältigt werden?
  • Die Gesellschaft: Welche Rahmenbedingungen, materielle Absicherung, Einbeziehung, Entfaltungsmöglichkeiten und welche Art von Arbeitsleben gibt / gab es?
  • Ernährung: Wie sieht das Ernährungsverhalten aus? Liegt Übergewicht vor?
  • Stress: Wie häufig und in welchem Umfang besteht Stress?

Es wird das Ausmaß möglicher Einflüsse deutlich. Umso mehr kann und sollte die Gesundheit anhand von gesundheitsförderndem Verhalten erhalten werden. Möglichkeiten dafür sind (Kuhlmey, 2008, S.88):

  • Seniorensport
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Stressauslösende Faktoren meiden (z.B. emotional)
  • Risikofaktoren minimieren: Alkohol, Rauchen, Ernährung, Bewegung; Körperliche Aktivität ist abhängig von der Motivation sowie den Bedingungen / Möglichkeiten (räumlich, medizinisch, sozial)
  • Gesundheitsfördernde Maßnahmen nutzen (z.B. Reha)
  • Psychische Gesundheit: Stress vermeiden / minimieren, Freude am Leben, genießen, senkt das Risiko psychosomatischer Beschwerden
  • Geistiges Training (z.B. durch anspruchsvolle Arbeit, regelmäßige Kreuzworträtsel o.ä.) soll das Risiko von Demenz und Alzheimer minimieren

Mit Hilfe dieser Möglichkeiten lässt sich die eigene Lebensqualität im zunehmenden Alter erhalten bzw. verbessern.

 

 

Quellenangabe:

Kuhlmey, A. (2008). Altern – Gesundheit und Gesundheitseinbußen. In A. Kuhlmey & D. Schaeffer (Hrsg.), Alter, Gesundheit und Krankheit (S.85-96). Bern: Verlag Hans Huber, Hogrefe AG

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