Krebsfrüherkennung des Darms

Jeder gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren hat Anspruch auf eine kostenfreie Darmkrebsfrüherkennung. Falls Sie abklärungsbedürftige Symptome, wie z.B. Blut im Stuhl, dauerhafte Stuhlanomalien oder wiederholt Koliken (krampfartige Bauchschmerzen), aufweisen, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren behandelnden Arzt und warten Sie nicht erst geplante (Krebsfrüherkennungs-) Termine ab.

 Im Alter von 50 bis 54 Jahren besteht für Sie jährlich die Möglichkeit, einen Haemoccult-Test (Untersuchung des Stuhls auf nicht sichtbares (okkultes) Blut) durchzuführen. Möglich ist dies bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Frauenärztin. Doch wieso wird nach Blut im Stuhl gesucht? Der Grund liegt darin, dass Darmtumore häufig bluten. Dieses wird somit ausgeschieden und kann mit Hilfe des Haemoccult-Tests festgestellt werden. Sie bekommen von Ihrem behandelnden Arzt drei Testbriefchen mit nach Hause. Pro Stuhlgang wird immer nur ein Briefchen mit Stuhl bestrichen, das heißt Sie benötigen drei aufeinander folgende Stuhlgänge, um Ihre drei Testbriefchen präpariert zu haben (Anleitung liegt immer bei). Nach der Rückgabe an das medizinische Personal / den Arzt, findet mit Hilfe einer Lösung die Auswertung statt. Falls mindestens eins von den drei Testbriefchen positiv ist (Stuhlprobe verfärbt sich blau), muss eine weitere Diagnostik erfolgen, wie z.B. eine Darmspiegelung. Bitte beachten Sie vorab, welche Lebensmittel Sie in diesem Zeitraum und die Tage vorher meiden sollen. Beispiele dafür sind Blutwurst, da diese Blut enthält und körnerhaltiges Brot, da Körner o.Ä. minimale Verletzungen und somit eventuell auftretendes Blut verursachen können.

 Haben Sie das Alter 55 erreicht, dürfen Sie zwischen der Durchführung des Haemoccult-Tests aller zwei Jahre oder einer Darmspiegelung (Koloskopie) aller 10 Jahre entscheiden. Beides ist nicht bzw. nur bei abklärungsbedürftigen Befunden möglich.

Eine Darmspiegelung ist die Sichtung des Darms, wobei eine sofortige Entfernung von Krebsvorstufen, wie z.B. Polypen, möglich ist. Sie ist unangenehmer als der bereits genannte Haemoccult-Test, jedoch eine zuverlässigere Möglichkeit der Darmkrebsfrüherkennung.

Die Durchführung findet meist ambulant bei einem Gastroenterologen statt. Dieser Facharzt ist auf den Magen-Darm-Trakt spezialisiert und führt einige Tage vor diesem Eingriff ein Aufklärungsgespräch mit Ihnen durch, bei dem der genaue Ablauf sowie wichtige Hinweise gegeben werden. So ist u.a. die Darmreinigung vorab sehr wichtig. Während der Koloskopie (Darmspiegelung) wird Ihnen ein biegsamer Schlauch, der mit einem Kanal für Instrumente, einer Kamera, Licht und einer Spülfunktion ausgestattet ist, rektal eingeführt. Dem Arzt ist es somit möglich, Ihren Dick- und Enddarm über einen Bildschirm genau zu betrachten und eventuelle Anomalien, wie Polypen, mit Hilfe von winzigen Zangen und Greifwerkzeugen sofort zu entfernen. Sie verspüren dabei keine Schmerzen. Falls es zu kleinen Blutungen kommen sollte, können diese ebenfalls mit dem eingeführten Schlauch gestoppt werden. Größere Blutungen oder sogar Darmdurchbrüche stellen massive Komplikationen dar, die jedoch nur selten auftreten. Über diese Gefahren wird Sie Ihr behandelnder Arzt im Vorgespräch ausreichend informieren. Es ist außerdem möglich, sich vor dem Eingriff ein Beruhigungsmittel verabreichen zu lassen.

Je nach Ergebnis der Koloskopie, wird der Zeitraum bis zur nächsten Darmspiegelung festgelegt. Bei problemlosen Untersuchungen findet die nächste geplante Darmspiegelung in zehn Jahren statt. Falls Polypen entfernt wurden, ist der Abstand geringer (ca. drei bis fünf Jahre). Bei nicht entfernbaren Wucherungen wird eine Biopsie (Gewebeprobe) entnommen und zur weiteren Abklärung in das Labor übersandt.

Es gibt des Weiteren Ausnahmen, wie z.B. das familiäre Risiko. Dabei ist ein Verwandter ersten Grades (eigene Eltern und Kinder) von Darmkrebs betroffen. Ihnen wird empfohlen, eine Darmspiegelung zehn Jahre früher durchführen zu lassen, bevor die Diagnose Darmkrebs bei Ihrem Verwandten gestellt wurde. Ein Beispiel: Ihr Vater bekam, als er 42 Jahre alt war, die Diagnose Darmkrebs. Somit wird Ihnen als sein Kind empfohlen, Ihre erste Koloskopie mit 32 Jahren durchführen zu lassen.

 

Weiterführende Literatur:

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